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MedienmitteilungVeröffentlicht am 22. Mai 2026

19 Professorinnen und Professoren an den beiden ETH ernannt

Bern, 22.05.2026 — Der ETH-Rat hat an seiner Sitzung vom 20./21. Mai 2026 auf Antrag des Präsidenten der ETH Zürich, Prof. Dr. Joël Mesot, und der Präsidentin der EPFL, Prof. Dr. Anna Fontcuberta i Morral, insgesamt 6 Professorinnen und 13 Professoren ernannt, 5 Personen den Titel Professor und 2 Personen den Titel Professor of Practice verliehen sowie den Rücktritt von 15 Professorinnen und Professoren mit Verdankung zur Kenntnis genommen. In den letzten 12 Monaten hat der ETH-Rat insgesamt 25 Frauen und 27 Männer neu ernannt, was einem Frauenanteil von 48 % entspricht.

Neuernennungen ETH Zürich

Dr. Romain Ganter (*1974), zurzeit Leiter des Vakuumbereichs und Teilprojektleiter am Paul Scherrer Institut (PSI), zum ordentlichen Professor für Beschleunigerphysik am Departement Physik. Romain Ganters Forschung konzentriert sich auf die Technologie und Dynamik von Teilchenbeschleunigern, um Strahlen hoher Qualität zu erzeugen. Die entsprechenden Anwendungen betreffen in der Schweiz das PSI und das CERN. Ein aktives Forschungsfeld, in dem auch Romain Ganter tätig sein wird, ist die Entwicklung von supraleitenden Beschleunigermagneten auf Basis von Hochtemperatur-Supraleitern. Mit seiner Berufung stärkt die ETH Zürich den Bereich der fortschrittlichen Teilchenbeschleunigerphysik und die bereits enge Zusammenarbeit mit dem PSI. Die Kooperationsprofessur beinhaltet die Leitung des Department of Accelerator Technology am PSI.

Dr. Jonas Huber (*1986), zurzeit Oberassistent, Dozent und Leiter der Advanced Mechatronic Systems Group an der ETH Zürich, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Leistungselektronik und Antriebssysteme am Departement Informationstechnologie und Elektrotechnik. Die Forschung von Jonas Huber umfasst grundlegende und anwendungsorientierte wissenschaftliche Fragestellungen im Bereich der Leistungselektronik und Mechatronik. Aktuelle Schwerpunkte liegen insbesondere in der nachhaltigen Elektromobilität – etwa durch neuartige Ladegeräte für Elektrofahrzeuge oder ultraleichte Konverter für die vollelektrische Luftfahrt – sowie in der Medizintechnik, beispielsweise bei implantierbaren lagerlosen Blutpumpen. Für seine Arbeiten wurde Jonas Huber mehrfach ausgezeichnet. Mit seiner Berufung stärkt das Departement seine international führende Position im Bereich der Leistungselektronik und der elektrischen Antriebssysteme.

Dr. Thomas Hudson (*1992), zurzeit Senior Scientist bei Fleet Space Technologies Ltd. in London, Vereinigtes Königreich, zum Assistenzprofessor für Umwelt- und Ressourcen-Geophysik am Departement Erd- und Planetenwissenschaften. Im Fokus von Thomas Hudsons Forschung, welche mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet wurde, steht das Verständnis von Prozessen, welche die Dynamik und Evolution von Gletschern und Eisschilden kontrollieren, insbesondere im Kontext von Klimaerwärmung und Meeresspiegelanstieg. Dafür setzt er Methoden ein, welche ursprünglich für medizinische Ultraschalltomografie und zur Charakterisierung grosser Erdbeben entwickelt wurden, und nutzt modernste Glasfasersensoren. Mit der Berufung von Thomas Hudson stärkt das Departement seine Führungsrolle auf dem Gebiet der Umweltgeophysik und ermöglicht vielfältige Synergien.

Dr. Tu Ni (*1994), zurzeit Postdoctoral Research Fellow an der Harvard Business School, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Decision Sciences and Analytics am Departement Management, Technologie und Ökonomie. Die Forschung von Tu Ni zielt darauf ab, experimentelle Methoden im operativen Management im Kontext von Data Science und künstlicher Intelligenz weiterzuentwickeln und ihre praktische Anwendung zu stärken. Er befasst sich mit der Interaktion zwischen Menschen und KI-basierten Systemen im Entscheidungsprozess, insbesondere mit Fragen des Vertrauens und gesellschaftlicher Auswirkungen. Mit der Berufung von Tu Ni setzt das Departement einen Schwerpunkt im Bereich der Datenanalyse und der Untersuchung komplexer Entscheidungsprozesse. Departementsintern wie auch -übergreifend ergeben sich daraus vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten und Synergien.

Prof. Dr. Stephen Quake (*1969), zurzeit Professor an der Stanford University, USA, zum ordentlichen Professor für Biophysik und Biomedizinisches Engineering am Departement Biosysteme. Stephen Quake ist eine weltweit führende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Bioingenieurwissenschaften und forscht zur Mikrofluidik, zur In-vitro-Diagnostik sowie zu Einzelzell-«Omics». Er revolutionierte die molekulare Diagnostik, etwa im Bereich der pränatalen Untersuchungen, und erstellte die erste nachgewiesene Genomsequenz einer einzelnen menschlichen Zelle. Zudem gelang es ihm, Grundlagenforschung in klinisch nutzbare Technologien umzusetzen. Er wurde vielfach ausgezeichnet und an der ETH Zürich 2020 zum Ehrendoktor ernannt. Seine Berufung stellt eine bedeutende Bereicherung dar und stärkt den Bereich der molekularen Diagnostik sowie die Weiterentwicklung der Masterstudiengänge «Biotechnologie» und «Computational Biology and Bioinformatics».

Prof. Dr. Shivaram Venkataraman (*1985), zurzeit ausserordentlicher Professor an der University of Wisconsin-Madison, USA, zum ausserordentlichen Professor für Informatik am Departement Informatik. Die Forschungsschwerpunkte von Shivaram Venkataraman liegen in der Entwicklung von Systemen und Algorithmen für die Analyse grosser Datenmengen und für maschinelles Lernen. Ein besonders hervorstechender Bereich seiner Forschung ist effizientes Rechnen, insbesondere die Reduktion des Ressourcenbedarfs für das Training von ML-Modellen. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung in Forschung und Lehre. Mit der Ernennung von Shivaram Venkataraman wird der Bereich Computersysteme und KI-Systeme gestärkt, insbesondere im Datenmanagement auf moderner Hardware sowie auf dem Gebiet der Cloud-Architekturen als Grundlage heutiger KI-Systeme.

Dr. Nino Wili (*1993), zurzeit Postdoktorand an der Aarhus University, Dänemark, zum Assistenzprofessor für Spindynamik und Hyperpolarisation am Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften. Nino Wilis Forschung konzentriert sich auf die Elektronenparamagnetische Resonanz (EPR), eine leistungsstarke spektroskopische Methode. Sie liefert Informationen über die geometrische und elektronische Struktur von Molekülen mit ungepaarten Elektronen, etwa in Katalysatoren, Proteinen oder molekularen Qubits. Sein Ziel ist es, eine breit anwendbare Methode zu entwickeln, die die Empfindlichkeit um ein bis zwei Grössenordnungen erhöht. Für seine Forschung erhielt Nino Wili einen SNSF Starting Grant. Mit seiner Berufung stärkt das Departement die Magnetresonanzspektroskopie, die massgeblich an der ETH Zürich entwickelt wurde und in mehreren Departementen angewendet wird.

Beförderungen ETH Zürich

Prof. Dr. Filippo Coletti (*1982), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Experimentelle Fluiddynamik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Filippo Coletti ist international als führende Autorität der experimentellen Strömungsmechanik anerkannt. In seiner Forschung betrachtet er die Welt als fliessende Materie und entwickelt Experimente zu den grundlegenden Dynamiken verschiedenster Strömungen: vom Blutkreislauf bis zu industriellen Reaktoren, vom Aerosoltransport bis zu Niederschlägen. Dies führte zu neuen Erkenntnissen in der Medizin sowie im Bereich der Meeresverschmutzung und des Meereises. Filippo Coletti ist Mitinhaber zweier Patente und wurde mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet. Er ist zudem ein engagierter Redner, Autor, Dozent und Mentor. Mit seiner Beförderung stärkt das Departement einen strategisch wichtigen Forschungsbereich.

Prof. Dr. Maria Lukatskaya (*1988), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der ETH Zürich, zur ausserordentlichen Professorin für Elektrochemische Energiesysteme am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Mit einem multidisziplinären Ansatz untersucht Maria Lukatskaya, wie das lokale chemische Umfeld in Elektrolyten, Elektroden und Grenzflächen die Reaktivität, Effizienz und Stabilität elektrochemischer Prozesse beeinflusst. Ihre Erkenntnisse fliessen in die Entwicklung innovativer Materialien und Elektrolyte für Energiespeicher- und -umwandlungstechnologien sowie für die CO₂-Abscheidung und -Nutzung ein. Ihre Forschung unterstützt die Vision des Departements bezüglich zukünftiger Energiesysteme und trägt zu nachhaltigen, ökonomischen und sicheren Lösungen bei. Maria Lukatskaya hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter einen SNSF Starting Grant. Mit ihrer Berufung stärkt das Departement den Schwerpunkt Energie und Umwelt.

Prof. Dr. Nicolas Noiray (*1981), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Verbrennung, Akustik und Strömungsphysik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Nicolas Noirays Forschung zielt auf thermoakustische Instabilitäten, die Verbrennung von Wasserstoff und kohlenstoffarmen Brennstoffen sowie akustische Metamaterialien. Seine Arbeit hat das Verständnis von Verbrennungsinstabilitäten verändert, effizientere Wasserstoffbrenner und Kontrollstrategien hervorgebracht und die ETH Zürich als führend in der Wasserstoffverbrennungsforschung positioniert. Nicolas Noiray wurde mit einem ERC Consolidator Grant und einem ERC Synergy Grant ausgezeichnet. Mit seiner Beförderung profitieren das Departement und die ETH Zürich weiterhin von aussergewöhnlichen Forschungsergebnissen, pädagogischer Exzellenz und Führungskompetenz in einem für nachhaltige Energielösungen wichtigen Gebiet.

Prof. Dr. Fan Yang (*1988), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der ETH Zürich, zur ausserordentlichen Professorin für Informatik am Departement Informatik. Fan Yang forscht zu Modellen des maschinellen Lernens, die den Kern moderner KI bilden, und befasst sich mit der mangelnden Robustheit vieler ML-Modelle, die bei neuen Daten zu unerwarteten Vorhersagefehlern führt. Sie untersucht, wann man Vorhersagen vertrauen kann und welche Eigenschaften Modelle über die durchschnittliche Genauigkeit hinaus erfüllen sollten. Dazu verfolgt sie zwei Ansätze: die Entwicklung theoretischer Garantien für ML-Modelle sowie massgeschneiderte Lösungen für spezifische Anwendungen. Fan Yang Yang hat einen SNSF Starting Grant erhalten und hat sich an der ETH Zürich in der Lehre bereits sehr verdient gemacht. Mit ihrer Berufung erhält sich das Departement eine vielversprechende Expertin im Bereich Data Science.

Neuernennungen EPFL

Prof. Dr. Benjamin Peherstorfer (*1986), zurzeit ausserordentlicher Professor an der New York University, USA, zum ordentlichen Professor für Computer- und angewandte Mathematik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Benjamin Peherstorfer gilt als einer der vielversprechendsten Forscher seiner Generation auf den Gebieten des wissenschaftlichen maschinellen Lernens und der Modellreduktion. Seine Erkenntnisse finden direkte Anwendung in komplexen realen Kontexten, insbesondere in Simulationen des Raumfahrtantriebs, der Plasmaphysik, der Modellierung von Waldbränden und der Analyse turbulenter Strömungen. Benjamin Peherstorfer wird die Führungsrolle der EPFL in den Bereichen wissenschaftliches Rechnen, datengesteuerte Modellierung und angewandte Mathematik festigen, indem er neue Brücken zwischen Mathematik, Ingenieurwissenschaften und Computerwissenschaften schlägt.

Prof. Dr. Angela Wittmann (*1992), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland, zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Physikalische Chemie an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Angela Wittmanns mehrfach ausgezeichnete Forschung zur Spintronik befindet sich an der Schnittstelle von Festkörperphysik, Materialwissenschaften und Chemie im aufstrebenden Bereich der Chiraltronik. Im Kontext hybrider Molekül-Metall-Grenzflächen untersucht sie, wie molekulare Chiralität den Elektronenspin und die magnetischen Eigenschaften beeinflusst, mit potenziellen Anwendungen in der Spintronik und in der Quantentechnologie. Angela Wittmann ist eine äusserst kreative und erfolgreiche Wissenschaftlerin. Durch ihre Ernennung stärkt die EPFL ihre Führungsrolle im Bereich der physikalischen Chemie.

Beförderungen EPFL

Prof. Dr. Raffaella Buonsanti (*1981), zurzeit ausserordentliche Professorin an der EPFL, zur ordentlichen Professorin für Chemieingenieurwesen an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften (EPFL Valais Wallis). Raffaella Buonsanti gilt international als führende Expertin an der Schnittstelle von Nanochemie, Materialchemie und Elektrokatalyse. Ihre Forschung umfasst die kontrollierte Synthese von Nanokristallen aus Nichtedelmetallen sowie das Verstehen und Stabilisieren dynamischer Katalysatoroberflächen unter elektrochemischen Bedingungen. Sie trägt entscheidend zur Entwicklung innovativer Nanomaterialien bei, die zentrale Herausforderungen in Energie und Nachhaltigkeit adressieren. Raffaella Buonsanti wurde mit einem ERC Starting Grant und einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet und spielt als Leiterin der Abteilung für Chemie und Chemieingenieurwesen sowie als herausragende Dozentin eine wichtige Rolle in der Lehre an der EPFL.

Prof. Dr. Nicolas Flammarion (*1990), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der EPFL, zum ausserordentlichen Professor für Informatik und Kommunikationssysteme an der Fakultät für Informatik und Kommunikation. Nicolas Flammarions Forschung zum maschinellen Lernen und zur künstlichen Intelligenz verbindet theoretische Grundlagen mit algorithmischen Praktiken und ist für eine Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen ausserhalb der Informatik von Nutzen. Ziel ist es, eine solide wissenschaftliche Grundlage für KI-Sprachmodelle zu schaffen, um diese effizienter, kostengünstiger, sicherer und zuverlässiger zu machen. Nicolas Flammarion ist ein Forscher von höchstem Rang und ein hervorragender Dozent, der sich auch mit ethischen Fragestellungen befasst. Er geniesst in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft hohes Ansehen und spielt eine zentrale Rolle in der Lehre an der EPFL, an der er sich auch anderweitig vielfach engagiert.

Prof. Dr. Alexander Mathis (*1983), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der EPFL, zum ausserordentlichen Professor für Life Sciences an der Fakultät für Lebenswissenschaften (Campus Biotech, Genf). Alexander Mathis arbeitet an der Schnittstelle von Computational Neuroscience und maschinellem Lernen. Seine Forschung zielt darauf ab, Werkzeuge zur Analyse komplexer Verhaltensweisen zu entwickeln und das Verständnis ihrer neuronalen Grundlagen voranzutreiben. Er ist Mitentwickler der Open-Source-Software DeepLabCut zur Untersuchung der Bewegungen von Tieren in Videos ohne den Einsatz störender Marker und hat herausragende Beiträge zu unserem Verständnis des motorischen Kontrollsystems geleistet. Dazu nutzt er ein breites Spektrum an Kompetenzen, von der Softwareentwicklung über maschinelles Lernen bis hin zur computergestützten Neurowissenschaft. Alexander Mathis ist ein international hoch angesehener Wissenschaftler und Dozent, der die Lehre an der EPFL sehr bereichert.

Prof. Dr. Mackenzie Mathis (*1984), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der EPFL, zur ausserordentlichen Professorin für Life Sciences an der Fakultät für Lebenswissenschaften (Campus Biotech, Genf). Ziel der Forschung von Mackenzie Mathis ist das Verständnis der neuronalen Schaltkreise und Rechenprozesse, die dem motorischen Lernen und der motorischen Steuerung zugrunde liegen. Sie ist Mitbegründerin von DeepLabCut, einer Open-Source-Software zur Untersuchung der Bewegungen von Tieren in Videos ohne den Einsatz von störenden Markern. Darauf aufbauend, entwickelte sie den Algorithmus CEBRA, mit dem sich analysieren lässt, wie neuronale Schaltkreise die Bewegungen von Körperteilen steuern. Mit diesem neuen Werkzeug lassen sich Verhaltensweisen mit gross angelegten Aufzeichnungen der neuronalen Aktivität verknüpfen. Mackenzie Mathis hat für ihr Forschungsprogramm im Rahmen der Übergangsmassnahmen, welche die ERC Grants ersetzen, einen SNSF Starting Grant eingeworben und wurde 2024 mit dem Schweizer Wissenschaftspreis Latsis ausgezeichnet.

Prof. Dr. Véronique Michaud (*1965), zurzeit ausserordentliche Professorin an der EPFL, zur ordentlichen Professorin für Materialwissenschaft und -ingenieurwesen an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Véronique Michauds Forschung konzentriert sich auf die Grundlagen der Verarbeitung von Polymer- und Verbundwerkstoffen, darunter Mehrphasenströmungen in porösen Medien, Kapillareffekte, Prozesskinetik sowie Aushärtungs- und Polymerisations­mechanismen. Darüber hinaus untersucht sie wirtschaftliche und ökologische Aspekte von Verbundwerkstoffen und -verfahren sowie die Integration von Funktionen wie Selbstheilung, Dämpfung und Formveränderung. Mit ihrer Arbeit trägt zur Entwicklung von Hochleistungs-Verbundstrukturen sowie effizienteren und nachhaltigeren Fertigungsprozessen bei und baut zahlreiche Kooperationen mit der Industrie auf. Zudem hatte Véronique Michaud verschiedene Führungspositionen an der EPFL inne, unter anderem als stellvertretende Dekanin für Lehre.

Prof. Dr. Dimitri Wyss (*1989), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor an der EPFL, zum ausserordentlichen Professor für Mathematik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften. Dimitri Wyss’ Forschung befasst sich mit den geometrischen und arithmetischen Eigenschaften von Modulräumen. Zu seinen wichtigsten Beiträgen zählen Arbeiten zur enumerativen Geometrie, insbesondere im Rahmen des Langlands-Programms, der nicht-abelschen Hodge-Theorie und der Geometrie von Modulräumen von Garben auf komplexen Flächen. Er gilt als international führender Experte auf diesem Gebiet und erhielt für seine Arbeit einen SNSF Starting Grant. Dimitri Wyss engagiert sich aktiv im akademischen Leben des Instituts für Mathematik. Er ist ein herausragender Forscher sowie ein engagierter Dozent, dessen Arbeit eine Schlüsselrolle für den Erfolg der Fakultät für Grundlagenwissenschaften der EPFL spielt.

Verleihung des Titels «Professorin» oder «Professor» an der ETH Zürich

Dr. Michele Magno (*1976), zurzeit Senior Scientist, Privatdozent und Leiter des Zentrums für projektbasiertes Lernen (PBL) an der ETH Zürich, zum Titularprofessor am Departement Informationstechnologie und Elektrotechnik. Das Lehr- und Forschungsgebiet von Michele Magno umfasst den Bereich der Integrierten Systeme («Embedded Systems») mit einem Fokus auf dedizierte Sensor- und Verarbeitungssysteme inklusive Verfahren für energieeffizientes maschinelles Lernen («Tiny Machine Learning»). Seine Forschung schlägt eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und praktischen Anwendungen und hat direkte Auswirkungen auf die Bereiche Gesundheitswesen, Robotik und ressourceneffizientes Internet of Things. Unter seiner Leitung hat sich das PBL als unverzichtbarer Bestandteil des Lehrplans etabliert.

Dr. Michael Plötze (*1965), zurzeit Senior Scientist und Dozent an der ETH Zürich, zum Titularprofessor am Departement Bau, Umwelt und Geomatik. Michael Plötze ist ein international renommierter Experte für Tonmineralogie und Umweltgeotechnik. Seine Forschung befasst sich mit der mineralogischen Kontrolle von Tonen und deren Einfluss auf geotechnische und umweltbezogene Prozesse, der Rolle von Tonmineralien in biogeochemischen Kreisläufen sowie der Entwicklung tonbasierter Materialien für Umweltschutz, Abfallisolierung und die Stabilisierung kontaminierter Böden und Sedimente. Mit der Ernennung von Michael Plötze wird die Führungsrolle des Departements in Umweltgeotechnik und Geowissenschaften weiter gestärkt und die strategische Ausrichtung der ETH Zürich unterstützt.

Dr. Yaroslav Romanyuk (*1980), zurzeit Leiter des Labors für Dünnfilme und Photovoltaik bei der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) sowie (Co-)Dozent an der ETH Zürich und der EPFL, zum Titularprofessor am Departement Informationstechnologie und Elektrotechnik. Yaroslav Romanyuk forscht zu komplexen Dünnfilm-Technologien für Solarzellen, gedruckten Schaltungen, neuartigen Festkörperbatterien und anderen Anwendungen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die nächste Generation von Solarzellen, Batterien und Leuchtdioden zu entwickeln, um die Energiewende zum Nutzen von Industrie und Gesellschaft voranzutreiben. Durch seine Arbeit trägt Yaroslav Romanyuk dazu bei, die Zusammenarbeit mit der Empa weiter zu stärken.

Verleihung des Titels «Professorin» oder «Professor» an der EPFL

Dr. Mathieu Salzmann (*1979), zurzeit Leitender Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der EPFL, zum Titularprofessor an der Fakultät für Informatik und Kommunikation. Mathieu Salzmann ist Deputy Chief Data Scientist am Swiss Data Science Center (SDSC), einer gemeinsamen Initiative von EPFL, ETHZ und PSI, und forscht im Bereich maschinelles Lernen und Deep Learning, mit besonderem Schwerpunkt auf Computer Vision. Dabei befasst er sich mit dem Lernen kompakter tiefer Netzwerke, der Suche nach optimalen Netzwerkarchitekturen sowie mit Methoden zur Identifikation unveränderlicher Informationen zwischen Quell- und Zielbereich. Durch die Ernennung von Mathieu Salzmann stärkt die EPFL den Bereich maschinelles Lernen und Bildverarbeitung.

Dr. Alexandre Schmid (*1967), zurzeit Leitender Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der EPFL, zum Titularprofessor an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Alexandre Schmid forscht an der Schnittstelle zwischen Mikroelektronik und biologischen Systemen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf implantierbaren Geräten und bioelektronischen Schnittstellen sowie auf neuromorphen Architekturen und unkonventionellen Rechenansätzen, die von zuverlässigen CMOS-Technologien bis hin zu autonomen Regelkreissystemen reichen. Alexandre Schmid hat bedeutende Beiträge zur biomedizinischen Mikroelektronik geleistet, darunter Schnittstellen zur Datenerfassung und Stimulation, neuroprothetische Systeme sowie robuste, energieeffiziente, bioinspirierte Architekturen.

Verleihung des Titels «Professor of Practice» an der ETH Zürich

Dr. Richard Kornfeld (*1967), zurzeit Geschäftsführer und operativer Leiter von ETH Zurich | Space, zum Professor of Practice am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Richard Kornfeld ist Experte für robotische Raumfahrtsysteme und war über 25 Jahre am NASA/Caltech Jet Propulsion Laboratory (JPL) tätig. In verschiedenen Führungsfunktionen begleitete er Raumfahrtmissionen und Projekte zur Technologieentwicklung, zudem verfügt er über langjährige Erfahrung im Mentoring von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Seit dem 1. September 2025 ist er operativer Leiter von ETH Zurich | Space und trägt zur Weiterentwicklung der Raumfahrtaktivitäten in Forschung, Lehre und Innovation bei. Richard Kornfeld engagiert sich als Dozent im viel beachteten neuen Masterstudiengang «Space Systems». Seine Ernennung zum «Professor of Practice», als zusätzliche Tätigkeit, stärkt die praxisnahe Lehre und Ausbildung und ist ein grosser Gewinn für die ETH Zürich.

Verleihung des Titels «Professor of Practice» an der EPFL

Dr. Urs Germann (*1971), zurzeit Abteilungsleiter beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, zum Professor of Practice an der Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Urs Germann ist international anerkannt für seine Beiträge zur operativen Radar-Meteorologie in komplexem Gelände, insbesondere zu quantitativer Niederschlagsabschätzung, Nowcasting und deren hydrologischen Anwendungen. Er forscht an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft und verfügt über mehrjährige Lehrerfahrung als Gastdozent an der ETH Zürich und der Universität Zürich. An der EPFL wird Urs Germann einen Masterstudiengang anbieten, der darauf abzielt, Forschung und Technologie mit gesellschaftlichem Nutzen in der Fernerkundung von Klima und Umwelt zu verbinden. Damit schliesst er eine Lücke im Lehrangebot der Sektion für Umweltwissenschaften und Umweltingenieurwesen (SSIE) und stärkt die Kooperation mit MeteoSchweiz.

Rücktritte ETH Zürich

Prof. Dr. Gabriel Aeppli (*1956), zurzeit ordentlicher Professor für Physik am Departement Physik (Doppelprofessur mit der EPFL), wird Ende November 2026 in den Ruhestand treten. Gabriel Aeppli kam 2013 an die ETH Zürich und ist zudem der gründende Leiter des Bereichs Photon Science sowie Vizedirektor am Paul Scherrer Institut (PSI). Zu seinen Verdiensten gehören neben der Ausbildung zahlreicher Studierender die wissenschaftliche Inbetriebnahme des SwissFEL (Swiss Free Electron Laser) und wesentliche Teilnahme an der SLS (Swiss Light Source) 2.0, mit bis zu 10’000-fach ergänzter Potenz, und am Park Innovaare mit neuem PSI-Reinraum. Zu seinen bekannten Forschungsergebnissen gehören Röntgentomogramme mit Weltrekordauflösung von integrierten Schaltkreisen. Gabriel Aeppli befasste sich mit der zeitabhängigen Struktur der Lichtpulse von freien Elekronenlaser, was zum ersten Röntgen-Frequenzkamm führte. Diese und ähnliche Beiträge motivieren das neue Projekt SwissFELplus, dessen Ziel die Produktion beliebig einstellbarer Röntgenwellen ist. Seit 2016 ist Gabriel Aeppli Mitglied des Schweizerischen Wissenschaftsrates.

Prof. Dr. David Basin (*1961), zurzeit ordentlicher Professor für Informatik (Informations­sicherheit) am Departement Informatik, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Er kam 2002 an die ETH Zürich. Seine Forschung in enger Zusammenarbeit mit der Industrie führte zu bahnbrechenden Fortschritten in den Grundlagen, Methoden und Werkzeugen zur Überprüfung der Sicherheit von IT-Systemen. Er gründete mehrere Spin-offs und Forschungsinitiativen im Technologiebereich und brachte sieben Patente zur Anmeldung. David Basin wurde unter anderem mit der Ehrendoktorwürde der Chalmers University of Technology für seine herausragenden Beiträge zur Cybersicherheit und dem Levchin Prize for Real-World Cryptography für die Entwicklung des Tamarin Prover ausgezeichnet. An der ETH Zürich war er unter anderem (auch stellvertretender) Departementsvorsteher, Mitglied der Forschungskommission und der Doktoratskommission sowie mehrjähriger Leiter des Instituts für Informationssicherheit. Aktuell leitet er den Beirat für den ETH Zürich Campus Heilbronn.

Prof. Dr. Jan Carmeliet (*1961), zurzeit ordentlicher Professor für Bauphysik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Jan Carmeliet kam 2008 an die ETH Zürich. Seine Forschung umfasst die mehrskalige Analyse poröser Materialien, Bauphysik, städtisches Mikroklima und städtische Energiesysteme. Sein Ansatz verknüpft Materialverhalten im Nanobereich mit der Leistungsfähigkeit auf Stadtebene. Er baute ein bedeutendes Forschungsprogramm zur Modellierung des städtischen Mikroklimas auf und prägte auf nationaler Ebene massgeblich die Forschungslandschaft im Bereich Gebäudeenergie. Jan Carmeliet war Vorstandsmitglied des Energy Science Centre ETH, SNF Research Councilor sowie Mitglied der Forschungskommission der ETH Zürich. Er gründete den Masterstudiengang «Integrated Building Systems» und förderte den Aufbau interdisziplinärer Teams und Infrastrukturen, welche die Forschung auch weit über seinen Ruhestand hinaus prägen werden.

Prof. Dr. Jérôme Faist (*1962), zurzeit ordentlicher Professor für Experimentalphysik am Departement Physik, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Jérôme Faist forscht im Bereich der Quanten- und Laserphysik und kam 2006 an die ETH Zürich. Eine seiner grössten Errungenschaften war die erste experimentelle Demonstration eines Quantenkaskadenlasers (QKL); die QKL-Forschung wurde im Wesentlichen von ihm begründet. Der Höhepunkt seiner Forschung an der ETH Zürich ist die Entwicklung optischer Frequenzkämme auf Basis von Quantenkaskadenlasern sowie die Untersuchung von Vakuumfluktuationen. Jérôme Faist hält 35 Patente und wurde zweimal mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet. An der ETH Zürich trug er als Leiter des Instituts für Quantenelektronik zur akademischen Selbstverwaltung bei und führte das Departement als Vorsteher sicher durch die Pandemie. Zudem prägte er das Departement als Dozent und Mentor für zahlreiche Studierende und Doktorierende.

Prof. Dr. David Gugerli (*1961), zurzeit ordentlicher Professor für Technikgeschichte am Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften, wird Ende Oktober 2026 in den Ruhestand treten. David Gugerli vertritt eine kulturwissenschaftliche Technikgeschichte und kam 1997 an die ETH Zürich. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die politische Geschichte des Körpers, der Elektrifizierung, die Kartografie des nationalen Raums und die Entwicklung technischer Hochschulen. In jüngerer Zeit befasst er sich mit der Geschichte von rechnergestützten Suchverfahren und Datenbanken, wissensbasierter Ökonomie sowie Fragen der Berechenbarkeit und der Rolle des Computers. David Gugerli war von 2005 bis 2018 Gründungsmitglied des Zentrums für die Geschichte des Wissens, zudem erster Sprecher der Departementsvorsteherkonferenz und von 2009 bis 2016 Präsident der Strategiekommission der ETH Zürich. Neben seiner erfolgreichen Lehre engagierte er sich als Mitglied der Forschungskommission, als Vorsteher und stellvertretender Vorsteher des Departements sowie als Leiter und stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte.

Prof. Dr. Johanna Jacobi (*1983), zurzeit Assistenzprofessorin für Agrarökologische Transitionen am Departement Umweltsystemwissenschaften, wird die ETH Zürich Ende September 2026 verlassen. Ihre Forschung mit Fokus auf tropische Regionen konzentriert sich auf Nachhaltigkeit und sozio-ökologische Resilienz in Landwirtschaft und Ernährungssystemen, auf agrarökologische Themen sowie auf Machtbeziehungen in Ernährungssystemen und praktische Beispiele der Agroforstwirtschaft. Sie erhielt ein SNSF Eccellenza Professorial Fellowship und trug zu den ETH-Zielen bei, friedliche wissenschaftliche Lösungen für globale Probleme zu entwickeln. Johanna Jacobi wechselt als Professorin für Global Food Security im Luxembourg Centre for Social-Environmental Systems an die Universität Luxembourg.

Prof. Mariam Issoufou Mahamadou (*1979), zurzeit ordentliche Professorin für Architektonisches Erbe und Nachhaltigkeit am Departement Architektur, wird die ETH Zürich Ende Dezember 2026 verlassen. Ihre Entwurfs- und Forschungsprofessur mit dekolonialer und intersektionaler Ausrichtung hat die eurozentrischen Annahmen hinterfragt, die in der Architekturgeschichte, der Denkmalpflege und dem Nachhaltigkeitsdiskurs verankert sind, und vertritt die These, dass lokale Baukulturen und eingebettetes Wissen aus dem Globalen Süden wichtige Lehren dafür bereithalten, wie Architektur auf die Klimakrise reagieren kann.  Mariam Issoufou Mahamadou hat wesentlich dazu beigetragen, das Departement Architektur international neu zu positionieren. Sie verlässt die ETH Zürich, um den Schwerpunkt ihrer Arbeit neu auszurichten und ihr Engagement in der Architekturpraxis, im Schreiben und in den weiterreichenden kulturellen Debatten zu vertiefen, die ihr Werk angestossen hat.

Prof. Dr. Ursula Renold (*1961), zurzeit ordentliche Professorin für Bildungssysteme am Departement Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC), wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Sie ist eine international anerkannte Expertin für die Gestaltung, Steuerung und Reform von Bildungssystemen und war Leiterin des Forschungsbereichs Bildungssysteme an der Konjunkturforschungsstelle (KOF, heute KOF Institut), bevor sie Ende 2019 zur ordentlichen Professorin am D-MTEC ernannt wurde. Im Zentrum ihrer Forschung stehen die international vergleichende Bildungssystemforschung, die Dynamik von Bildungssystemen sowie die Weiterentwicklung bildungspolitischer Prozesse. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Center on the Economics and Management of Education and Training Systems (CEMETS) zur international gefragten Marke. An der ETH Zürich hat sie sich als engagierte Dozentin, stellvertretende Departementsvorsteherin und Leiterin des Doktoratskomitees verdient gemacht. Ursula Renold hat mit ihrem Beitrag zum Berufsbildungssystem und zu den Fachhochschulen in der Schweiz das Ansehen der ETH Zürich in diesem Bereich gestärkt.

Prof. Dr. Federica Sallusto (*1961), zurzeit ordentliche Professorin für Medizinische Immunologie am Departement Biologie, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Sie kam 2016 an die ETH Zürich, in einer Doppelprofessur mit der Università della Svizzera italiana (USI) in Lugano. Federica Sallusto ist eine weltweit anerkannte Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der menschlichen Immunologie, deren Arbeit definiert hat, wie wir die Differenzierung, Migration und das immunologische Gedächtnis von T-Zellen verstehen. Ihre Erkenntnisse haben die Impfstoffentwicklung sowie T-Zell-basierte Therapien beeinflusst. Sie hat drei Patente zur Anmeldung gebracht und zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. An der ETH Zürich hat sich Federica Sallusto als Dozentin und Mentorin für zahlreiche Doktorierende und Postdoktorierende verdient gemacht und die nächste Generation von Immunologinnen und Immunologen geprägt.

Prof. Dr. Christoph Schwab (*1962), zurzeit ordentlicher Professor für Mathematik am Departement Mathematik, wird Ende Dezember 2026 in den Ruhestand treten. Christoph Schwab ist ein Experte für die numerische Analyse von partiellen Differentialgleichungen und Randelementmethoden und seit 1995 an der ETH Zürich. Im Zentrum seiner Forschung, welche mit einem ERC Advanced Grant unterstützt wurde, steht die mathematische Analyse numerischer Methoden, speziell hochdimensionale Approximation, exponentielle Konvergenz von hp-Finite-Element Methoden sowie Monte-Carlo Methoden. Christoph Schwab war von 2002 bis 2026 Mitglied des Steering Committee der International Conference on Spectral and High Order Methods, dessen Vorsitz er von 2016 bis 2025 innehatte. An der ETH Zürich prägte er nicht nur massgeblich den Unterricht, sondern trug zudem als mehrjähriger Vorsteher und stellvertretender Vorsteher des Seminars für Angewandte Mathematik sowie als Mitglied der Forschungskommission zur akademischen Selbstverwaltung bei.

Rücktritte EPFL

Prof. Dr. Andreas Fuster (*1980), zurzeit ausserordentlicher Professor für Finanzen am College of Management of Technology (CDM), wird die EPFL Ende September 2026 verlassen. Andreas Fuster forscht in den Bereichen empirische Finanzwissenschaft, Makroökonomie und Verhaltensökonomie. Zudem befasst er sich mit den Auswirkungen technologischer Fortschritte auf die Kreditmärkte für Privathaushalte. An der EPFL war Andreas Fuster an der Entwicklung des CDM beteiligt. Er hat aktiv zur Lehre im Finanzingenieurwesen beigetragen und seit Januar 2025 das Doktoratsprogramm für Finanzwissenschaften (EDFI) geleitet. Er verlässt die EPFL, um eine Stelle als ordentlicher Professor an der Universität Zürich anzunehmen.

Prof. Dr. Caglar Gulcehre (*1985), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor für Informatik und Kommunikationssysteme an der Fakultät für Informatik und Kommunikation, wird die EPFL Ende Juli 2026 verlassen. Caglar Gulcehre ist ein herausragender Forscher in den Bereichen Reinforcement Learning, Deep Learning, Representation Learning sowie Natural Language Processing und war zuletzt während eines Sabbaticals als Senior Principal Research Scientist am Microsoft AI Research Lab in England tätig. Diese Tätigkeit wird er nun fortsetzen. An der EPFL hat Caglar Gulcehre wesentlich zum wissenschaftlichen Profil und Ansehen der Institution beigetragen und bleibt an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert.

Prof. Dr. Nicola Marzari (*1966), zurzeit ordentlicher Professor für Materialwissenschaften an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, wird die EPFL Ende Oktober 2026 verlassen. Nicola Marzari kam 2011 als Leiter des Labors für Materialtheorie und -simulation an die EPFL und leitete zudem den NCCR MARVEL (2014–2026) sowie das Labor für Materialsimulation am PSI (2021–2026). Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung und Anwendung von Methoden der Elektronenstruktur, um neue Materialien zu verstehen, vorherzusagen, zu entwerfen und zu entdecken. Nicola Marzari wechselt an die Cambridge University, wo er zum zehnten Cavendish-Professor für Physik ernannt wurde – eine Position, die zuvor von Pionieren der Physik wie J. C. Maxwell, J. J. Thomson, E. Rutherford und N. Mott besetzt wurde.

Prof. Dr. Georgios Moschidis (*1991), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessor für Mathematik an der Fakultät für Grundlagenwissenschaften, wird die EPFL Ende August 2026 verlassen. Georgios Moschidis hat den Lehrstuhl für mathematische allgemeine Relativitätstheorie inne. Trotz seines jungen Alters hat er sich auf internationaler Ebene bereits im Bereich der Analysis und der allgemeinen Relativitätstheorie einen Namen gemacht. Georgios Moschidis ist ein brillanter junger Forscher sowie ein engagierter Mentor und Dozent, der bei den Studierenden und seinen Kollegen an der EPFL sehr geschätzt wird. Er verlässt die EPFL aus persönlichen Gründen und um eine Professur an der Nationalen Technischen Universität Athen, Griechenland, anzunehmen.

Prof. Dr. Federica Zeni (*1989), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin für Finanzen am College of Management of Technology (CDM), wird die EPFL Ende Juni 2026 verlassen. Der Forschungsschwerpunkt von Federica Zeni liegt auf nachhaltiger Finanzwirtschaft, mit besonderem Augenmerk auf grünen Finanztiteln, den Auswirkungen von CO₂ auf die ökologische Transformation von Unternehmen sowie der Komplementarität zwischen Umweltpolitik und nachhaltiger Finanzwirtschaft bei der Beschleunigung der grünen Transformation. Federica Zeni ist eine brillante junge Forscherin und engagierte Dozentin in den Bereichen nachhaltiges Management und nachhaltige Finanzen, die an der EPFL sehr geschätzt wird. Sie verlässt die EPFL aus persönlichen Gründen.

Der ETH-Rat verdankt die Leistungen der scheidenden Professorinnen und Professoren in Wissenschaft, Lehre und akademischer Verwaltung.