Neues Monitoring-System gibt Überblick über den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen
Bern, 22.06.2026 — Insgesamt sind junge Menschen in der Schweiz bei guter Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt KidsHealthCH, das neue nationale Monitoring-System für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Der Bericht analysiert 100 Schlüsselindikatoren und bietet einen detaillierten Überblick über die Gesundheit junger Menschen in der Schweiz. Er zeigt auch gewisse negative Tendenzen auf, insbesondere bei der psychischen Gesundheit, beim Tabak- und Nikotinkonsum sowie beim Schutz Jugendlicher vor Tabak und Alkohol. KidsHealthCH fasst die Daten aus mehreren Erhebungen zusammen und wurde in Zusammenarbeit mit rund 100 Experten entwickelt.
Eines der Ziele der Strategie Gesundheit2030 des Bundesrats ist, dass Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen und älter werden können. Dazu sind fundierte Kenntnisse über ihre Gesundheit unerlässlich. Bislang verfügte die Schweiz jedoch weder über ein systematisches, landesweites Monitoring-System für die Kinder- und Jugendgesundheit (KJG) noch über einen Überblick über die konkreten Lücken in den vorliegenden Daten. Das neue systematische Schweizer Monitoring-System KidsHealthCH bietet eine solide Grundlage für die Beobachtung dieser Bevölkerungsgruppe und erfüllt damit mehrere parlamentarische Vorstösse, die ein besseres Monitoring der KJG forderten.
Das System wurde gestützt auf die Expertise von über 100 Partnern entwickelt. Das Monitoring deckt vier Themengebiete ab: Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten, Angebot und Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen sowie Rahmenbedingungen. Es basiert auf einem Satz von 100 wissenschaftlich fundierten und in der Praxis validierten Indikatoren. Für 85 der 100 Indikatoren lagen bereits nationale Daten vor.
Bestandsaufnahme der Kinder- und Jugendgesundheit in der Schweiz
Im Bereich des Gesundheitsverhaltens wurden Fortschritte bei der Bewegung, der Ernährung und generell auch beim Alkohol- und Cannabiskonsum erzielt. Negative Tendenzen zeichnen sich insbesondere bei der psychischen Jugendgesundheit, dem Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten sowie dem Schutz von Minderjährigen vor Tabak und Alkohol ab.
So haben beispielsweise schulischer Stress und Mobbing deutlich zugenommen, während das subjektive Wohlbefinden der 11- bis 15-Jährigen gesunken ist. Diese Entwicklungen sind aus Sicht der öffentlichen Gesundheit bedeutsam, da psychische Erkrankungen oft bereits in jungen Jahren auftreten und die Lebensqualität langfristig beeinträchtigen.
Bericht als Grundlage für die Weiterentwicklung des Monitoring-Systems
Dieser erste Monitoringbericht richtet sich an Fachpersonen für KJG, die öffentliche Verwaltung, Forschung und Bildung, politische Kreise, Medien und die interessierte breite Öffentlichkeit. Die Zusammenfassung der wichtigsten Trends ermöglicht eine Bestandsaufnahme der Lage in der Schweiz bezüglich KJG und liefert Anhaltspunkte zum Grad der Erreichung der gesundheitspolitischen Ziele.
Das Monitoring untermauert die Prioritätensetzung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). In Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern geht das BAG auf diese Entwicklungen ein, insbesondere im Rahmen der nationalen Strategien Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) und Sucht, was die psychische Gesundheit betrifft, sowie bei der Prävention von Tabak- und Nikotinkonsum oder Suchterkrankungen, wo der Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen liegt.
Dieser Bericht dient als Grundlage für die Weiterentwicklung des Monitoring-Systems, das künftigen Tendenzen folgen soll. Derzeit ist geplant, alle vier Jahre einen Monitoringbericht zu veröffentlichen.
Weitere Informationen
KidsHealthCH – Das Schweizer Monitoring-System der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
