Bund behält Schutzsuchende aus der Ukraine länger in Bundesasylzentren zurück
Bern-Wabern, 10.03.2026 — Die Zahl der neuen Asylgesuche geht seit Anfang Jahr zurück. Damit ist auch die Auslastung in den mehr als 30 Bundesasylzentren (BAZ) in der Schweiz auf unter 60 Prozent gesunken. Der Bund nutzt die freiwerdenden Kapazitäten zur Entlastung der Kantone: Schutzsuchende aus der Ukraine mit negativem Entscheid bringt der Bund länger in seinen Zentren unter als bisher. Einige wenige, temporär betriebene Zentren werden vorübergehend geschlossen. Sollten die Gesuchzahlen wieder ansteigen, werden sie erneut in Betrieb genommen.
Schon vor einem Jahr begann der Bund damit, Schutzsuchende aus der Ukraine mit voraussichtlich negativem Entscheid länger in den BAZ zurückzubehalten. Zuvor wurden Schutzsuchende aus der Ukraine in der Regel nach wenigen Tagen den Kantonen zugewiesen. Dank dieser Massnahme wurden die Unterbringungsstrukturen der Kantone entlastet: rund 64 000 Übernachtungen fielen 2025 in den Bundesunterkünften statt in jenen der Kantone an.
Weil die Eintritte von Asylsuchenden in die BAZ seit Anfang des Jahres 2026 generell auf 1300/Monat gesunken sind – gegenüber rund 2100/Monat im Herbst 2025 –, kann der Bund diese Entlastungsmassnahme nun weiter ausdehnen. Ukrainische Schutzsuchende werden seit Anfang März nach einem negativen Entscheid neu 20 Tage länger in den BAZ zurückbehalten.
Einzelne Zentren vorübergehend schliessen
Das SEM schliesst zudem einige Zentren, welche nur vorübergehend und für die erfahrungsgemäss nachfragestarken Monate September bis Januar geöffnet wurden, per Ende März 2026 (Moudon, Plan-les-Ouates, Steckborn). Bei weiteren Zentren stehen bereits länger geplante Renovationen respektive Eigenbedarf der Armee an (Erweiterung Glaubenberg, MZH Dübendorf). Bei einem neuerlichen Anstieg der Gesuche im Sommer oder Herbst dieses Jahres stehen diese Strukturen wieder zur Verfügung.
Die Schliessungen dieser Bundesasylzentren beeinflussen die erwähnte Unterstützung des Bundes für die Kantone nicht. Es stehen aktuell ausreichend Unterbringungskapazitäten in den Strukturen des Bundes zur Verfügung, um ukrainische Schutzsuchende zur Entlastung der Kantone länger zurückzubehalten. Der Bund betreibt ab April 2026 noch 31 BAZ mit insgesamt rund 7000 Plätzen.
