Preisentwicklung mit Licht und Schatten für Konsumentinnen und Konsumenten
Bern, 02.03.2026 — Aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten zeigt die Preisentwicklung im vergangenen Jahr ein differenziertes Bild. In verschiedenen zentralen Bereichen konnten spürbare Entlastungen erzielt werden. Die Interventionen des Preisüberwachers trugen dazu in dreistelliger Millionenhöhe bei.
Verschiedene Märkte sind aktuell von einem strukturellen Wandel betroffen, der auch Auswirkungen auf die Preise und die Preisgestaltung hat. 2025 war der Preisüberwacher insbesondere bei der Wärmeversorgung mit Gas und Fernwärme, bei den Post- und Zahlungsverkehrsdienstleistungen sowie bei den Preis- und Kommissionsmodellen von digitalen Plattformen stark gefordert. Mit den Betreibern der Gas-Hochdrucknetze, einem Fernwärmeanbieter, der Post, dem führenden Anbieter für bargeldlose Zahlungsverkehrsdienstleistungen sowie verschiedenen digitalen Plattformen konnte er einvernehmliche Regelungen zum Vorteil der Kundinnen und Kunden abschliessen. Insgesamt liegt die finanzielle Entlastung der Kundschaft allein durch diese einvernehmlichen Regelungen bei rund einhundert Millionen Franken. In einem weiteren Fall konnte er – trotz grosser Bemühungen – keine vertragliche Lösung erreichen und musste infolgedessen gegen die Hotelbuchungsplattform Booking.com eine Verfügung zur Senkung ihrer durchschnittlichen Kommissionsätze erlassen. Das Unternehmen hat dagegen den Rechtsweg beschritten, der Ausgang ist offen.
Erfreulich ist, dass sich der Preisüberwacher 2025 wiederum mit der SBB auf Sparbillett-Kontingente für die Jahre 2025 und 2026 einigen konnte. In beiden Jahren werden Rabatte auf den Normalpreis in der Höhe von jährlich mindestens 50 Millionen Franken angeboten.
Die Zahl der Anhörungen zu Wasser-, Abwasser- und Abfalltarifen war mit 365 Fällen wiederum sehr hoch. In rund 45% dieser Fälle beantragte der Preisüberwacher Anpassungen. Da seine Anträge oft berücksichtigt werden, fielen die Preisanstiege für zahlreiche Betroffene geringer aus als ursprünglich geplant.
Über alle Themen hinweg bewirkten seine Anträge Einsparungen von insgesamt weit über 100 Millionen Franken.
Trotz der rückläufigen Inflation blieb die finanzielle Belastung für viele Konsumentinnen und Konsumenten 2025 hoch. Besonders deutlich zeigte sich das im Gesundheitswesen, wo die Krankenkassenprämien erneut spürbar anstiegen. Seine langjährige Arbeit in diesem Bereich – geprägt von Analysen, konkreten Vorschlägen und wiederholten Forderungen an alle Entscheidungsträger – trug auch im Jahr 2025 dazu bei, die obligatorische Krankenversicherung nennenswert zu entlasten.
2026 wird der Preisüberwacher seinen bisherigen Fokus beibehalten. Zudem wird er die Einführung des neuen Ärztetarifs TARDOC eng begleiten. In Zukunft werden neu die Preise der Zollvorlage aller Spediteure in seine Zuständigkeit fallen. Hierfür wird er die notwendigen Vorbereitungsarbeiten aufnehmen.
Meldungs- und Bearbeitungsstatistik 2025
Der Preisüberwacher bearbeitete 1549 Bürgermeldungen. Diese betrafen am häufigsten Tarife und Preise des Bereichs Energie (15,6 %) gefolgt vom Gesundheitswesen (11,7 %) und der Brief- und Paketpost inkl. Zollabfertigung (7,5 %). Der Preisüberwacher erzielte 13 neue einvernehmliche Lösungen. Von Behördenseite wurden 807 Tarifvorlagen zur Stellungnahme unterbreitet. In 337 Fällen gab er einen Antrag ab. Die meisten Anträge (166) gab es zu den Wasser-, Abwasser- und Abfallgebühren.
