Bedrohte Arten schützen: Schweizerisches Zollmuseum zeigt Ausstellung zum illegalen Tier- und Pflanzenhandel
Bern, 31.03.2026 — Bei den Kontrollen an den Schweizer Flughäfen und Grenzübergängen kommt es häufig vor, dass scheinbar harmlose Gegenstände wie Souvenirs, Luxus-Accessoires oder exotische Objekte in Wirklichkeit aus Materialien von gefährdeten Tierarten oder Pflanzensorten gefertigt sind. In der Schweiz ist die Einfuhr von Produkten wie Elfenbein, Alligatorenleder oder anderen Erzeugnissen aus geschützten Arten verboten oder nur mit einer vom CITES-Artenschutzabkommen vorgesehenen Spezialbewilligung möglich. Um diese Vorschriften noch bekannter zu machen, zeigt das Schweizerische Zollmuseum erneut die Ausstellung «Artenschutz betrifft uns alle». Diese Ausstellung kann ab dem 5. April besucht werden, dann öffnet das Museum für die Saison 2026.
Die Mitarbeitenden des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) sind regelmässig mit der illegalen Einfuhr von Waren konfrontiert. Zu den am häufigsten sichergestellten Gegenständen gehören Accessoires und Uhrenarmbänder aus Reptilienleder, kostbare Shahtoosh-Wollschals und viele weitere Erzeugnisse aus geschützten Arten. Wer gegen die Vorschriften verstösst, riskiert die Beschlagnahme der Ware sowie eine Busse.
Neben den Kontrollen spielen Prävention und Information eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund werden die Mitarbeitenden des BAZG speziell geschult. Unterstützung erhalten sie zudem von Hunden, die darauf trainiert sind, illegale Waren aufzuspüren. Gleichzeitig ist auch die Zusammenarbeit mit Schweizer Behörden und internationalen Partnern unerlässlich, um den illegalen Handel mit geschützten Arten zu unterbinden.
Die mit Unterstützung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) umgesetzte Ausstellung in Cantine di Gandria ermöglicht die konkrete Auseinandersetzung mit dem Thema Artenschutz. In der Ausstellung wird erklärt, wie das CITES-Abkommen funktioniert, welche Risiken mit dem illegalen Handel einhergehen und welche Rolle der Zoll bei der Durchsetzung dieser Vorschriften spielt.
Zwischen beschlagnahmten Gütern und Kuriositäten
Ein Teil der von den Zollbehörden sichergestellten Waren wird im Lager des BLV aufbewahrt. Einige dieser Gegenstände sind im Schweizerischen Zollmuseum ausgestellt, zum Beispiel ein Tischchen, dessen Bein aus einem Elefantenfuss besteht, Elfenbeinschnitzereien, Tierschädel verschiedener Grössen, ausgestopfte Schlangen, Orchideensuppen und viele weitere ungewöhnliche Funde. Der Rundgang umfasst zudem multimediale Inhalte, ein Spiel für Kinder sowie eine grosse Schautafel, welche die Besucherinnen und Besucher auf eine Entdeckungsreise zum Thema Artenschutz mitnimmt. Zu den beeindruckendsten Gegenständen der Ausstellung gehören auch zwei Elefantenstoßzähne, die so hoch wie ein Mensch sind.
Daneben können die Ausstellung «Eine Geschichte von Armut und Verfolgung» sowie die Fotoausstellung «Migration» weiterhin besucht werden. Das Museum läutet die neue Saison am Sonntag, dem 5. April 2026, ein und ist bis zum 18. Oktober 2026 immer dienstags bis sonntags von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
